PROMPT-VORLAGE
Die CLAUDE.md, die Claude von selbst liest
Was du danach hast: eine CLAUDE.md in deinem Projektordner, die Claude Code bei jedem Start lädt. Du legst sie mit /init an, ergänzt, was /init nicht sehen kann, und prüfst sie.
Voraussetzungen
- Claude Code läuft in deinem Projektordner: Terminal oder Desktop-App
- Ein Projekt mit Substanz: README, Ordner, vorhandene Regeln oder Vorlagen. Je mehr da ist, desto mehr findet
/initselbst - Zehn Minuten für die Rückfragen, die Claude dir stellt
- Keine Zugangsdaten, keine Kundendaten in die Datei, denn sie wird mit dem Projekt geteilt
Der offizielle Weg hat zwei Schritte. /init schreibt den Startentwurf aus dem, was im Projekt liegt. Danach ergänzt du, was Claude von allein nicht herausfinden kann: für wen das Projekt ist, wie du angesprochen wirst, was nie behauptet wird. Dafür ist die Vorlage da. Die Datei ist Kontext, keine Konfiguration: Je kürzer und konkreter, desto verlässlicher hält Claude sich daran.
So gehst du vor
1 · /init: der Startentwurf
Öffne Claude Code im Projektordner und tippe /init ein. Claude liest das Projekt und legt eine CLAUDE.md mit dem an, was es findet: Aufbau, Befehle, Konventionen. Gibt es schon eine, schlägt /init Verbesserungen vor, statt sie zu überschreiben. Was /init nicht weiß, steht in keiner Datei: Zielgruppe, Ansprache, Ton und alles, was du bisher in jedem Chat neu erklärt hast.
2 · Die Vorlage einfügen
Lies dieses Projekt: README, Ordnerstruktur, vorhandene Regeln. Lege eine CLAUDE.md an mit: 1 Was das Projekt ist und für wen 2 Wo was liegt (Pfade, keine Kopien) 3 Was bei welcher Aufgabe zu lesen ist 4 Was immer gilt: Sprache, Ansprache, Ton, was nie behauptet wird 5 Was ich dir bisher in jedem Chat neu erklärt habe — frag mich, was fehlt Regeln für die Datei: - Unter 200 Zeilen. Überschriften und Stichpunkte, keine Absätze. - Nur, was du im Projekt gesehen hast. Was du nicht weißt, markierst du als „offen:". - Verweise auf Dateien als Pfad mit Bedingung („Bei Designaufgaben lies brand/DESIGN.md"). Handbücher weder hineinkopieren noch per @ importieren — beides lädt in jeder Sitzung mit. - Jeder Satz muss prüfbar sein („Deutsch, du-Ansprache" statt „guter Ton"). - Gibt es schon eine CLAUDE.md (auch eine von /init), schreib sie nicht neu: zeig mir, was du ändern würdest, und warum. Zeig mir den Entwurf, bevor du die Datei anlegst.
Was die fünf Punkte bewirken: 1 und 4 enthalten das, was du bisher in jedem Chat neu getippt hast. 2 und 3 ersetzen das Kopieren durch Verweise, damit die Datei kurz bleibt. Mit 5 fragt Claude nach dem, was in keiner Datei steht. Du bekommst Änderungsvorschläge an der /init-Datei, keine neue Datei. Lies sie wie ein Briefing für einen neuen Kollegen. Korrigiere im Chat und lass dann speichern.
3 · Wo die Datei liegt
Die Datei liegt als CLAUDE.md im Projektordner oder unter .claude/CLAUDE.md. Beides wird geteilt. Persönliches kommt in eine CLAUDE.local.md, die du in .gitignore einträgst.
4 · Prüfen
Starte eine neue Sitzung und tippe /context ein. Unter Memory files steht jetzt deine Datei. Fehlt sie dort, liegt sie im falschen Ordner oder heißt anders. /memory zeigt alle Orte, an denen Claude sucht.
5 · Pflegen
Ergänze die Datei, sobald einer dieser vier Fälle eintritt: Claude macht denselben Fehler zum zweiten Mal; dir fällt beim Prüfen etwas auf, das Claude hätte wissen müssen; du tippst dieselbe Korrektur wie in der letzten Sitzung; ein neuer Kollege bräuchte dieselbe Information. Wächst die Datei über 200 Zeilen, schlägt /doctor Kürzungen vor. Regeln, die nur für einen Teil des Projekts gelten, gehören nach .claude/rules/.
Zweite Vorlage · der Prüf-Prompt für eine bestehende Datei
Lies die CLAUDE.md in diesem Projekt und sag mir, nur lesend: 1 Welche Zeile ist nicht prüfbar (zu vage, um sie zu befolgen)? 2 Welche Zeilen widersprechen sich oder anderen Regeln im Projekt? 3 Welche Inhalte stehen kopiert drin, obwohl es dafür eine Datei gibt, auf die ein Verweis reicht? 4 Was fehlt dir, um eine typische Aufgabe hier ohne Rückfrage zu erledigen? Ändere nichts. Liste je Punkt die Zeile und deinen Vorschlag.
Die häufigste Fehlerquelle
Das Handbuch landet doch in der Datei. Hineinkopiert oder per@pfadimportiert. Importe lädt Claude beim Start genauso wie die Datei selbst. Sie sparen keinen Kontext. Die CLAUDE.md wächst über 200 Zeilen, und Claude hält sich schlechter daran. Schreib dafür eine Zeile mit Pfad und Bedingung, in Backticks, ohne@.
So sieht ein Verweis aus
Zwei Zeilen aus einer echten CLAUDE.md (194 Zeilen). Das Handbuch dahinter hat 2 092 Zeilen und bleibt draußen:
- Gestaltung und Format: brand/DESIGN.md hat Vorrang, auch vor brand/brand_ci/ und den Formatvorgaben von Skills. - Verbindlicher Design-Lesepfad für neue Videos: In brand/DESIGN.md „Caption-Position nach Bildzustand“ und „Visuelle Hook-Signatur“ lesen.
Im Verweis steht eine Bedingung („bei Designaufgaben", „für neue Videos"). Daran erkennt Claude, wann es die Datei öffnen soll. Suchen muss es dann nicht mehr.
Ein Briefing, das du nie wieder tippst
Claude Code startet in jeder Sitzung bei null. Die CLAUDE.md ist der eine Text, der jedes Mal mitkommt. /init schreibt ihn aus deinem Projekt, die Vorlage holt den Rest aus dir heraus. Einmal, statt in jedem Chat von vorn.
